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MMW, Iko Chmielewski, Schulstr. 10, 26316 Varel

Stadt Varel

-Der Bürgermeister-

Windalle 4

26316   Varel

                                                                                                                                                                            08.05.2006

Stellungnahme und Antrag zum Eigenbetrieb Dangast

Das DanGastQuellbad soll nach den Vorstellungen des Kurvereins als separate Kostenstelle aus dem Kurbetrieb herausgelöst werden. Diese Anregung deckt im Grundsatz sich mit der von uns am 02.11.2005 geforderten Kosten- Nutzenanalyse des Quellbades. Das Quellbad ist mit einer jährlichen Unterdeckung von rund 710.000,- Euro maßgeblich für das hohe Dangastdefizit verantwortlich und bedarf von daher einer besonderen Betrachtung. Auf der anderen Seite ist gerade diese Einrichtung dem Wesen nach eine rein touristische und darf von daher nicht aus dem Kurbetrieb gelöst werden (es sei den es könnte privatisiert werden).

Da alles Bitten scheinbar auf taube Ohr stößt, stellen  wir hiermit den mündlichen Antrag von November 2005 noch einmal schriftlich.  Es ist schon genug Zeit vertan worden.

Antrag:

Hiermit beantragen wir eine Kosten-, Nutzenanalyse für das Quellbad. Eine detaillierte Kostenaufstellung   (Betriebs-, Personalkosten) soll auf  die jeweiligen Monate aufgeschlüsselt und mit den Besucherzahlen sowie den Übernachtungszahlen in Verbindung gesetzt werden.

Die Begründung des Quellbadneubaus war seinerzeit die Belebung der Nachsaison in Dangast. Diese These bedarf der Überprüfung, um verlässliche Daten für das weitere Vorgehen zu gewinnen.

Hierfür ist es wichtig die Besucher pro Monat auch nach weiteren Kriterien (Vareler Bürger, Kurgäste, Tagesgäste usw. / nach Möglichkeit auch nach Tageszeiten) aufzuschlüsseln.

Sollte sich ein krasses Missverhältnis zwischen Kosten und Nutzen zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten feststellen lassen ergibt sich hieraus ein akuter Handlungsbedarf.

Sonstiges  -  Stellungnahme zu den Vorschlägen des Kurvereins

zu 1

Unabhängig von den oben genannten Überlegungen kann an einer internen Spezifizierung

der Angebotspalette im Quellbad gearbeitet werden. Sofern sich ein  Investor finden lässt, könnte ein privat betriebener Saunabereich an das Quellbad angegliedert und mit dem städtischen Badeangebot kombiniert werden.

zu 2

Den Vorschlägen des Kurverein den Campingplatz sowie den Badestrand zu privatisieren kommt nach unsere Auffassung keine hohe Priorität zu, da die Verluste (mit rund 24.000,- Euro) in diesen Bereichen nur relativ gering sind. Der Gemeindestrand gehört zum Kernbereich des Kurbetriebes. Er ist sozusagen das Aushängeschild von Dangast. Ein familienfreundlicher Eintrittstarif ist hier die beste Werbung. Gleichwohl können wir uns vorstellen - analog zum Trambolinangebot - mehr Anbieter privater Zusatzleistungen

zur Steigerung der Attraktivität und Erschließung weiterer Einnahmemöglichkeiten auf dem Strand zuzulassen.  Es wäre zu überprüfen, ob z.B. die Privatisierung der Strandkorbvermietung zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation beitragen könnte.

Der Campingplatz sollte als eine separate Kostenstelle unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. Der Campingplatz sollte einen eigenen „Manager“ (Hauptverantwortlichen) mit weitreichenden Kompetenzen (z.B. für zwei bis drei Jahre befristet – unabhängig vom Rat und sonstiger Verwaltung zu wirtschaften)  erhalten.  Lässt sich kurzfristig kein marktüblicher Ertrag erwirtschaften, kann hier über die Verpachtung nachgedacht werden.

zu 3

Wir gehen davon aus, dass die Kurverwaltung bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt hat um die Leerstände am Markt zu platzieren (vergl. unseren Antrag von Okt. 2004).

zu 4

Wir pflichten dem Kurverein in seiner Auffassung bei, dass die Zimmervermittlung und Touristeninformation notwendig sind. In diesen Bereichen bildet die Kurverwaltung das Dach für die Vermieter und Gastronomie. Die Verwaltung ist Dienstleiter für die "Weiße Industrie", die in Varel und Dangast aus unzähligen kleinen privaten Vermietern und mittleren Gewerbetreibenden besteht - aber in ihrer Summe einen Gesamtumsatz von 40. Millionen Euro tätigt (lt. Kurverein). Nun ist Umsatz nicht gleich Gewinn. Und es ist für uns unstrittig, dass die Stadt Varel im Rahmen der Wirtschaftförderung auch im touristischen Bereich weiterhin einen Kostenanteil beitragen muss. Doch den stolzen Betrag von 270.000,- Euro (plus die Verluste aus dem Quellbad) hierfür festzuschreiben können wir uns - schlicht gesagt- nicht leisten. Wir müssen weg von der Mentalität die Gewinne zu privatisieren und die Verluste zu sozialisieren. Bei einem geschätzten Umsatzvolumen von 40 Millionen Euro müsste es der "Weißen Industrie" auch möglich sein, ein Teil der Kosten selbst mit  zutragen. Die geforderte Verkehrsabgabe wäre eigentlich hier das richtige und gerechte Instrument (Der Tourismus wirkt sich ja auf fast alle Geschäftsbereiche  – vom Vermieter über den Friseur bis zum Kaufmann - aus). Auf jeden Fall muss der Dienstleistungscharakter von Marketing, Zimmervermittlung und Gästebetreuung wieder stärker ins Bewusstsein der  Auftraggeber (Vermieter und Gastronomie) gebracht werden. Innerhalb des Kurbetriebes muss es eine detailliere Aufgabenkritik geben. Durch einen erhöhten Interessenanteil der Vermieter für bestimmte Dienstleistung, wie die Zimmervermittlung und Werbung, muss eine bessere Refinanzierung der wichtigen Aufgaben geschaffen werden. Über die Stärkung des Dienstleistungscharakters (Kosten-Leistungsrechnung)  ergibt gleichzeitig eine verbesserte Qualitätskontrolle, da ein Vermieter nur  dort (Prospekte, Internetpräsens usw.) investieren wird, wo er auch einen wirtschaftlichen Vorteil sieht.

Mit freundlichen Grüßen

 Iko Chmielewski

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