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MMW. c/o. Iko Chmielewski, Schulstr. 10, 26316 Varel, Tel. 04451/83560

 

Redaktion

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hier eine Stellungnahme zum Artikel „Wir müssen unsere Vareler Interessen wahren":

 

Die MMW bezweifelt den Bedarf von größeren Industrieflächen. Antworten auf unsere schriftliche Anfrage, welche Vareler Industriebetriebe sich für eine Umsiedlung beworben haben (Bedarf von 5 ha -wie es der Plan suggeriert) und welche konkreten Interessenten es für eine Neuansiedlung gibt, blieb der Bürgermeister bis heute schuldig-

 

Bei der Stellungnahme bezüglich der zu erwartenden Kosten bleibt der Bürgermeister herrlich unkonkret.

Die Flächen für den geplanten IGC, deren Verfügbarkeit derzeit von der NLG überprüft wird, gehen auf die Empfehlungen aus dem Masterplan zurück.. Die Bedenken der MMW, dass der Untergrund der Flächen (Moor) ggf. nicht geeignet sein könnte und so die Erschließungskosten zu einem unabwägbaren Risiko macht, wurden mit dem Hinweis, dass man alte Akten, Untersuchungen und Erhebungen für die Standortwahl gesichtet habe, „entkräftet". Dabei sollte man aus den Fehleinschätzungen anderer Erschließungsmaßnahmen (z.B. in Roffhausen und am dem Gewerbegebiet am Sumpfweg) durchaus zur Vorsicht raten.

 

Der reine Grunderwerb von Flächen macht nur rund ein Fünftel der Kosten aus, während bis zu vier Fünftel für die innere und äußere Erschließung aufgewendet werden müssen. Unbestritten ist, dass die wirklichen Kosten nicht als Verkaufspreis weiter gegeben werden können, weil am Markt sich derzeit höchstens ein Preis zwischen 15,- und 20,- € realisieren lässt. Doch selbst bei einer 50 %igen Förderung kann der derzeitige Marktpreis nur gehalten werden, wenn die Stadt zwischen 4 bis 5 Millionen (bei einer Fläche von 40 ha auf 15 Jahre) als verlorene Investition betrachtet, die ggf. später durch erhöhte Gewerbesteuereinnahmen amortisiert werden könnte. Doch das finanzielle Risiko für die Stadt ist natürlich wesentlich höher.:

 

1. Wie bereits dargelegt, kann zur Zeit nicht mal die Hälfte der Kosten an die möglichen Käufer weitergegeben werden.

Stellt sich der Untergrund doch nicht als so tragfähig heraus, steigen die Erschließungskosten. Erhöhen sich die

Erschließungskosten nur um einen Euro pro qm, führt das zu einer Mehrbelastung des städtischen Haushalts zwischen

200 bis 400 Tausend Euro.

 

2. Fällt der qm-Preis auf Grund des Überangebotes an Gewerbe- und Industrieflächen in Wilhelmshaven und Friesland,

muss die Stadt Varel die Differenz zwischen den angenommen Marktpreis und dem realen Nachfragepreis (vergl. 1.)

ausgleichen.

 

3. Lassen sich die erschlossen Flächen nicht innerhalb vom von 15 Jahren veräußern so bleibt die Stadt (zusätzlich zur

kalkulierten Unterdeckung von 4 bis 5 Millionen) ggf auf weitern Kosten in Millionenhöhe sitzen oder muss die

getätigten Investitionen zumindest bis zum endgültigen Verkauf auf dem Kreditmarkt gegen finanzieren (die

blühenden Gewerbegebiete in den neuen Bundesländern lassen grüßen).

 

4. Überhaupt ist das ganze Projekt Kredit finanziert und somit auch im starken Maße vom Zinsmarkt abhängig.. Steigende

Kreditzinsen führen zu einer höheren Belastung des städtischen Haushalts. Selbst bei einer vorsichtigen Erschließung

von nur 20 ha kann ein Prozentpunkt auf dem Zinsmarkt schon zu einer Mehrbelastung von 100.000,- € p.a. führen

 

Fazit:

Vor einer Investition in neuen Industrieflächen sollten die Volksvertreter neben der Verfügbarkeit von Flächen auch deren Qualität und den realen Bedarf genauestens prüfen und sich nicht von Träumereien leiten lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

i.A. Iko Chmielewski

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